Barschangeln – Können vs. Glück

Savage Gear Köder

Martin ist Doktorand der Biologie & Ökologie, sowie Angler aus Leidenschaft. Er wirft für Dich einen Blick hinter die Fakten & Mythen im Angelbereich. Eben mehr als nur Angeltipps! Hier geht es um knallhartes Faktenwissen ums Angeln, welches Martin mit den dazugehörigen Studien belegt. Sei dabei, diskutiere mit und gestalte eine nützliche Wissensdatenbank mit Angeltipps von Angler für Angler!

Übung macht den Groß-Barschangler 🤔

 

„Zum Angeln gehört eine ordentliche Portion Glück!“, „Mal beißen die Fische, mal eben nicht!“ und „Wenn es nicht beißt, sind sie nicht da!“. Solche oder ähnliche Sprüche kennt sicher jeder Angler, doch stimmt das? Ist es wirklich nur Glück, oder spielt doch das individuelle Können eines Anglers eine wesentliche Rolle? Ein Experiment bringt Licht ins Dunkel… 😱

 

 

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Einige von euch haben evtl. letztes Jahr mitbekommen, dass es am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin (IGB) ein spannendes Experiment gab, um genau diese Frage klären zu können. Angler aus ganz Deutschland wurden eingeladen um einen Tag an einem Versuchsteich in Brandenburg auf Barsche zu angeln. Die Position der Angler auf dem See wurde mittels GPS auf ihrem Boot ermittelt. Viel spannender, die Position von circa 50 großen Barschen (größer als 33 cm) wurde ebenfalls bestimmt. Man kann also sehen, wie sich Angler und Fische verhalten! Die ersten Ergebnisse sind nun veröffentlich!

Doch fangen wir ganz von vorne an. Um Fische fangen zu können, ist es ganz wesentlich, dass sie auf unsere Köder treffen. Diese „Antreffrate“ kann man entweder durch wildes Umherfahren auf dem Gewässer versuchen zu erhöhen, oder aber durch gezieltes Aufsuchen von Hot-Spots (wenn man diese denn kennt). Verkompliziert wird das Ganze natürlich dadurch, dass sich die Fische auch bewegen. Jetzt könnte man meinen, dass der Angler der in der Lage ist möglichst oft seinen Beutefisch anzutreffen auch am meisten Fische fängt. Der oben genannte Versuch auf einem circa 30 ha großen See in Brandenburg zeigt aber ein ganz anderes Bild.

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Alle Testangler wurden in Bezug auf ihr anglerisches Können in drei Gruppen eingeteilt. Eines der wesentlichen Ergebnisse ist, dass alle Gruppen gleich häufig die markierten (großen) Barsche im See angetroffen haben. Also hatten alle Angler prinzipiell eine ähnliche Chance einen der großen Barsche zu fangen, taten dies aber nicht! Es zeigte sich deutlich, dass das Können der Angler eine wesentliche Rolle beim Erfolg gespielt hat! Im Klartext, umso mehr man übt, und umso mehr man sein Angelgerät beherrscht (Köderführung etc.), umso mehr große Barsche wird man fangen, wenn man sie denn erstmal gefunden hat!

Ich selbst habe übrigens auch an dem Versuch teilgenommen. Ich konnte keinen der großen Barsche fangen, lediglich kleinere Tiere und einen Hecht. Interessant ist, dass für kleinere Barsche und z.B. Hechte kein Effekt des Könnens auf die Fangwahrscheinlichkeit festgestellt werden konnte. Das heißt also, dass kleine Barsche und Hechte von jedem Angler mit gleicher Wahrscheinlichkeit gefangen werden können, nur wenn es dann wirklich um die großen (schlauen?) Barsche geht, spielt das Können eine wesentliche Rolle. Ich bin also sehr wahrscheinlich ein Durchschnittsangler. Ich habe ehrlich gesagt, nichts anderes erwartet…

Ich hoffe aus diesem Versuch werden noch viele interessante Ergebnisse für uns Angler veröffentlicht werden. Ich versuche euch hier auf dem Laufenden zu halten!

AUCH INTERESSANT! 😍

Literatur:

Monk, C. T., & Arlinghaus, R. (2018). Perch, Perca fluviatilis, spatial behaviour determines vulnerability independent of angler skill in a whole-lake reality mining experiment. Canadian Journal of Fisheries and Aquatic Sciences, 75(3).

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März 20, 2018
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