Der richtige Jighaken für Barsch, Hecht und Zander

 

Jighaken und Jigköpfe

Jighaken? Dein Ernst?“

 

So etwas oder Ähnliches werden viele jetzt sicher denken, aber gebt mir die Chance, kurz zu erklären, warum dieser Artikel über Jighaken einen großen Mehrwert für euch hat. Das Thema „Der richtige Jighaken“, ist so alt wie der Gummifisch selbst. Artikel, Videos und andere Formate gehen dabei aber selten über „Nimm einen Jighaken der Größe 1/0 für 10cm Gummifische“ hinaus, dabei ist die Wahl des „richtigen“ Jighaken viel eher vom Zielfisch (Hecht, Zander oder Barsch) abhängig, als von der Größe des Gummifisches. Warum? Das lest ihr weiter unten.

 

Die Wahl des richtigen Jighakens

 

Die Wahl des richtigen Jighakens ist im Endeffekt ein Kompromiss zwischen zwei Anforderungen. Erstens, wir wollen einen Fisch möglichst sicher haken. Das würde prinzipiell bedeuten, dass wir einen Jighaken nutzen, der so groß oder lang ist, dass der Haken möglichst weit hinten am Köder des Gummifisches herauskommt. Zweitens, wir möchten, dass sich der Gummifisch möglichst ansprechend für den Fisch bewegt, damit der Fisch schlussendlich zum Biss verleitet wird.

 

Das würde prinzipiell durch einen möglichst kleinen oder kurzen Jighaken begünstigt werden. Ein entscheidender Punkt ist hierbei allerdings, dass dieser Kompromiss, beziehungsweise die relative Gewichtung der beiden Aspekte, abhängig von der Zielfischart ist. Das hängt damit zusammen, dass Hecht, Barsch und Zander unterschiedliche Jagdstrategien haben und auf unterschiedliche Reize des Köders reagieren. Gehen wir die drei Raubfische der Reihe nach durch und werfen einen allgemeinen Blick auf den jeweils richtigen Jighaken.

 

 Der richtige Jighaken für Hecht

 

Abbildung Hecht

Hechte sind Lauerräuber, das heißt, sie warten in einem Versteck, bis eine lohnenswerte Beute vorbeischwimmt, schießen dann blitzschnell hervor, attackieren die Beute (oft von der Seite) und halten sie im Maul fest. Im Anschluss dreht der Hecht die Beute, sodass er sie verschlucken kann. In Ausnahmefällen verfolgen sie unsere Köder über eine kurze Strecke. In jedem Fall sind diese Fische aber visuelle Räuber, die ihre Beute mit den Augen wahrnehmen. Der erste „Kontakt“, den der Hecht mit unserem Köder herstellt, geschieht über die Augen. Der Jighaken ist also völlig egal.

 

Dann wird die Beute (oder unser Köder) mit Hilfe der Seitenlinie genauer lokalisiert. Hier ist es also wichtig, dass der Gummifisch diese auch anspricht. Das geschieht in der Regel über den Schaufelschwanz und eine „kippelnde“ Bewegung des Köders. Beides ist nahezu unabhängig von der Größe des Jighakens (solange wir den Jighaken nicht so groß wählen, dass er die Bewegung des Schwanzstellers blockiert).

 

Für die letzte Feinjustierung der Attacke spielen wieder die Augen des Hechtes eine wesentliche Rolle. Auch hier ist der Jighaken nicht mehr von Bedeutung. Wir sehen also, dass der Kompromiss zwischen „Fisch haken“ und „natürlicher Lauf“ beim Hecht fast ausschließlich auf der Seite des effektiven Hakens des Fisches liegt. Wir wählen also den Jighaken so groß, dass wir einen möglichst guten Hakeffekt haben. Das heißt, großer Hakenbogen, der ziemlich weit hinten aus dem Köder heraustritt.

 

Das hat zum Beispiel auch den großen Vorteil, dass wir ohne Stinger (Zusatzdrilling) auf Hechte angeln können (es sei denn wir nutzen Köder von 25 cm und mehr). So verringern wir zum Beispiel die Gefahr, dass wir Hechte „verrangeln“ oder dass Hechte nach einem Schnurbruch oder ähnlichem elendig verenden. Köder, die nur mit einem Einzelhaken versehen sind, werden Hechte im Regelfall sehr schnell nach einem Schnurbruch wieder los.

 

Der richtige Jighaken für Zander

 

Abbildung Zander

Anders als Hechte sind Zander keine Lauerräuber. Sie verfolgen ihre Beute oft über weite Strecken. Zander jagen eher in der Nacht und haben dann einen besonders großen Vorteil durch ihre sehr lichtempfindlichen Augen gegenüber ihrer potenziellen Beute. Unser Gummifisch muss in erster Linie dafür sorgen, dass der Zander zunächst auf ihn aufmerksam wird. Das funktioniert wieder über den Schaufelschwanz, den Kontrast den er im Wasser bildet oder das Tocken, wenn der Jigkopf auf dem Grund des Gewässers aufkommt.

 

Wir sehen, dass hier der Jighaken, beziehungsweise dessen Größe oder Länge erneut nicht von großer Bedeutung ist (die Wahl des Gewichtes schon eher). Der wesentliche Unterschied zum Hecht ist der Jagdmodus. Hechte attackieren ihre Beute und halten sie mit den Zähnen fest. Zander erzeugen einen Unterdruck und saugen ihre Beute blitzschnell an. Hier ist es unfassbar wichtig, dass die Beute möglichst problemlos im Maul verschwindet und so nicht mehr entkommen kann.

 

Das hat natürlich entscheidende Konsequenzen für unseren Jighaken, oder besser gesagt, dessen Größe. Ist der Jighaken zu groß, beziehungsweise zu lang, versteift er den Gummifisch auf eine Weise, die dazu führt, dass der Zander ihn nicht beim ansaugen in seinem Maul verschwinden lassen kann. Der Gummifisch stellt sich quasi quer und unser Anhieb geht ins Leere. Meist bekommen wir beim Zander dann keine zweite Chance mehr.

 

Der richtige Jighaken für Barsch

 

Darstellung Barsch

Vom Jagdmodus her ist der Barsch mit dem Zander zu vergleichen. Der Barsch öffnet sein Maul, erzeugt einen Unterdruck und der Beutefisch muss quasi direkt verschluckt werden, damit die Attacke erfolgreich abgeschlossen werden kann. Was ihn allerdings sehr stark von Hecht und Zander unterscheidet, ist, dass er im Schwarm jagt.

 

Barsche verfolgen oft ihre Beutefische über lange Strecken, jagen sie zum Beispiel in flache Uferbereiche und attackieren das selbe Beutefischchen immer und immer wieder, bis es endlich im Maul eines Barsches aus der Truppe verschwindet. Die Wahl des richtigen Jighakens ist hier besonders schwierig, da die Balance zwischen Hakeffektivität und Köderlauf stimmen muss. Hat unser Köder das Interesse der Barsche geweckt (was durch ein lebhafteres Köderspiel und damit einem kleineren Jighaken begünstigt wird), sind die Jagden oft so wild, dass der Köder nur im hinteren Teil attackiert wird (hier wäre die Hakeffektivität durch einen größeren Jighaken gesteigert).

 

Zwei Punkte erleichtern uns allerdings die Entscheidung. Erstens, im Gegensatz zu Hecht und Zander attackieren Barsche ihre Beute in aller Regel mehr als einmal. Das heißt, die Hakenffektivät kann zu Gunsten des Köderlaufs reduziert werden. Entsprechend ist ein eher kleinerer Jighaken zu empfehlen. Zweitens, Barsche haben extrem gute Augen. In der Sehschärfe machen sie Hecht und Zander etwas vor. Der Jighaken muss also, zusätzlich zu den anderen beiden Punkten auch noch unauffällig sein. Auch das spricht für einen eher kleineren Jighaken!

 

Fazit zum besten Jighaken

 

Abschließend lässt sich sagen, dass die Wahl des richtigen Jighakens in erster Linie vom Jagdmodus des Zielfisches, Hecht, Zander oder Barsch, bestimmt wird. Macht man sich die verschiedenen Jagdstile der Fische bewusst, wird schnell klar, welche Anforderungen der richtige Jighaken erfüllen muss und wonach ihr die Größe des richtigen Hakens bestimmen solltet. Das Wissen in diesem Artikel befähigt euch also dazu, allgemeine, situationsbedingte Regeln für die Wahl des richtigen Jighakens aufzustellen, anstatt sich an statische Zahlenkombinationen zu klammern.

 

Auf lange Sicht wird euch dieses Wissen sehr wahrscheinlich mehr Erfolg bringen und in meinen Augen viel wichtiger, flexibler auf neue Gewässer, Gegebenheit und Beißphasen reagieren lassen.

 

➜ Übrigens findest du in den MFB Aboboxen auch immer gleich das passende Terminal Tackle für deine Köder, somit erleichtern wir dir die Qual der Wahl zum Thema Jighaken und Jigkopf.

 

Viel Erfolg am Wasser mit dem richtigen Jighaken für Hecht, Zander oder Barsch!

 

Autor Martin Friedrichs

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