Groß-Hechte nach der Schonzeit ‚Hotspots finden‘


Hecht Schonzeit

 

Warum gibt es überhaupt eine Schonzeit für Hecht?

Sie hat viele Hechtangler schwer und trotz ihrer regelmäßig wiederkehrenden Art, überraschend getroffen, die Schonzeit. In manchen Bundesländern bereits seit Anfang des Jahres, in anderen erst ab dem 15. Februar und in wieder anderen gar nicht. Sehr unterschiedlich und trotzdem generell sinnvoll.

 

Was ist eigentlich der Sinn der Schonzeit? Klar, es geht darum, den Hechten eine Pause zu gönnen, damit sie in Ruhe ihr Laichgeschäft erledigen können und wir auch in den nächsten Jahren noch gute Hechtbestände vorfinden und Spaß am Angeln auf Hecht haben. Studien (besonders an verschiedenen Forellenarten und Lachsen) haben gezeigt, dass das Fangen und Zurücksetzen eines Fisches im Zeitraum kurz vor dem Ablaichen dazu führen kann, dass weniger, oder sogar gar kein Laich abgelegt wird. Daher sind wir auch der Meinung, dass es sinnvoll ist, während der Schonzeit für Hecht ein generelles Angelverbot mit Kunstködern und Köderfisch in den meisten Regionen zu haben.

Unser Tipp für das erfolgreiche Angeln auf Hecht nach der Schonzeit:

Die MyFishingBox Raubfischbox und die MFB Pro Box mit der besten Mischung aus Hardbaits, Softbaits und Metallköder.

Köder Tipp für Hecht Schonzeitz

 

Laichzeit vs. Schonzeit für Hecht

Die Schonzeit soll also dazu dienen, die Hechte während der Laichzeit zu schonen. Leider ist es nunmal so, dass Hechte sich ungern an Kalendertage halten, wenn es um die Produktion der Nachkommen geht. Viel entscheidender ist die Wassertemperatur. Dank des Klimawandels, erwärmen sich unsere Gewässer im stärker, wir haben weniger Eisbedeckung und man kann davon ausgehen, dass die Laichzeit der Hechte immer früher beginnt.

Ohnehin, beginnt die Phase der Reproduktion für Hechte schon viel früher, als die meisten Angler annehmen. Untersuchungen an Kanadischen Hechten (ungefähr auf unserem Breitengrad) haben gezeigt, dass die Eiproduktion bereits im August beginnen kann. Ab hier beginnt dann natürlich auch für uns Angler eine spannende Phase, weil der Energiebedarf der Hechte stetig ansteigt. Das gilt natürlich insbesondere für weibliche Hechte, die bekanntermaßen größer werden als männliche Hechte!

 

Wo laichen die Hechte?

Für uns Angler natürlich extrem wichtig ist die Frage: „Wo laichen die Hechte?“ Hier muss man ganz klar sagen, dass Hechte absolute Krautlaicher sind. Das heißt, dass sie für eine erfolgreiche Eiablage unbedingt auf Kraut, und im besten Fall überschwemmte Graßflächen angewiesen sind. Während zum Beispiel Barsche ihre Eier einfach überall (aber auch gerne an Totholz) ablegen können, und Zander ihre Laichgruben im Sand oder Kies bauen, sind Hechte an Kraut gebunden. Die Anzahl der abgelegten Eier nimmt drastisch ab, wenn kein Kraut oder überflutete Wiesenflächen zur Verfügung stehen. Hier zeigt sich schon, dass Hechte in der Regel in den absolut flachsten Bereichen eines Gewässers ablaichen. Es ist nicht ungewöhnlich, wirklich große Hechte beim Laichen in 20 oder 30 cm tiefem Wasser zu beobachten.

 

So sieht es aus, wenn Hechte laichen:



Ab wann laichen die Hechte und was passiert danach?

Die eigentliche Laichzeit der Hechte ist, wie schon erwähnt, stark von der Wassertemperatur abhängig. Spannend dabei ist, dass Männchen in der Regel eher ihre Wanderung in Richtung Laichhabitate antreten, als die Weibchen. Bei Männchen wurde schon bei Wassertemperaturen um die 5-6 °C eine erhöhte Aktivität beobachtet, während Weibchen noch circa 1-2 °C länger warten, also bei 7-8 °C ihren Weg in die Laichhabitate antreten.

Es gibt übrigens keinen Hinweis darauf, dass zuerst die großen Hechte (also große Männchen oder etwas später große Weibchen) die Laichhabitate erreichen. Wofür es allerdings Hinweise gibt und das ist besonders wichtig für die Jagd auf Groß-Hechte, ist, dass Männchen länger an den Laichhabitaten verweilen, als es die Weibchen tun. Teilweise sind Männchen noch einen Monat oder länger, nach Beendigung des eigentlichen Laichgeschäftes an den Laichplätzen anzutreffen. Weibchen verlassen diese Gebiete deutlich schneller.

 

Angeln auf Groß-Hecht nach der Schonzeit – Vorteile aber auch Nachteile

Das Angeln nach der Schonzeit ist meistens sehr erfolgreich. Aber gerade für Groß-Hechte gibt es auch Nachteile!

1. Vorteil: Hechte sind lernfähig aber die Schonzeit ist lang

Im Laufe des Jahres lernen Hechte unseren Ködern aus dem Weg zu gehen. Das geht meistens sogar ziemlich schnell (innerhalb von Tagen). Nach der Schonzeit haben Hechte aber ihre Erfahrungen „vergessen“ und reagieren besonders gut auf unsere Köder. Hier können jetzt auch echte „Radaumaschinen“ wie Spinner oder Spinnerbaits richtig punkten.

Im Laufe des Jahres wird die Fängigkeit dieser Köder allerdings stark abnehmen. Aber Vorsicht, auch wenn es nach der Schonzeit zunächst gut beisst, haben Studien auch gezeigt, dass Hechte extrem schnell wieder lernen diese Köder zu vermeiden und, dass diese Vermeidung der Köder dann stärker ausgeprägt ist, als vor der Schonzeit!

2. Vorteil: Mehr Temperatur, mehr Hunger

Eines ist auch ganz klar, mit steigender Wassertemperatur steigt der Hunger der Hechte und das lässt sie natürlich besser auf unsere Köder reagieren. Hechte sind wechselwarme Tiere und damit ist ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängig, genauso wie ihr Stoffwechsel. Bereits ein kleiner Anstieg in der Umgebungstemperatur kann einen großen Effekt auf die Hechte haben und den Hunger und damit die Fangbarkeit drastisch ansteigen lassen!

3. Nachteil: Groß-Hechte finden!

Wichtig ist es, die Wassertemperatur im Auge zu behalten. Wie gesagt, Hechte halten sich nicht an Kalendertage! Ist das Wasser schon sehr warm, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich nur noch wenige Hechte in den Laichhabitaten aufhalten. Das Problem hier, besonders die großen Weibchen verlassen diese Gebiete besonders schnell! Und es kommt noch schlimmer. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Strecke, die Hechte im Schnitt zurücklegen, stark von der Körpergröße abhängig ist!

Also, umso größer der Hecht, umso schneller bewegt er sich. Als wäre das nicht genug, zeigt sich auch, dass besonders große Hecht-Weibchen ihre Affinität zur Vegetation und Deckung als Jagdhabitat immer stärker ablegen. Groß Hecht-Weibchen sind meist Freiwasserräuber, die sich vermehrt in der Übergangszone zwischen Vegetation und Freiwasser aufhalten! Das macht das Finden der Fische nicht leichter.

Wer also nach der Schonzeit direkt mal ein paar wirklich große Hechte fangen möchte, meidet die potenziellen Laichgebiete. Dort herrscht akuter Klein-Hecht-Alarm! Tiefere, strukturreiche Bereiche in der etwas näheren Umgebung mit Beutefischen, sind womöglich die besseren Reviere um große Hechte zu fangen.

Laichhabitat für Hechte

Vielleicht um mal eine Vorstellung davon zu bekommen, wie ideales Laichhabitat für Hechte aussieht, habe ich hier ein kleines Video hochgeladen. Man sieht schön, wie das eigentliche Gewässer (ein kleiner Kanal) völlig über seine Ufer tritt und die angrenzenden Wiesen überschwemmt. Diese Flächen sind circa 30 cm hoch mit Wasser überspült und werden mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit mit steigenden Temperaturen von den Hechten als Laichhabitat genutzt werden. In großen Seen sehen Laichhabitate natürlich anders aus, aber auch hier sind es meist die flachen bis sehr flachen Gebiete, die sich schnell erwärmen.

Um immer auf dem Laufendem zu bleiben und keine Artikel und Podcasts zu verpassen, empfiehlt es sich meinem Instagram Account zu folgen (@martin_fishscience) und natürlich die App MFByou zu haben!

Literatur:

Laichzeit:Diana, J. S., & Mackay, W. C. (1979). Timing and magnitude of energy deposition and loss in the body, liver, and gonads of northern pike (Esox lucius). Journal of the Fisheries Board of Canada, 36(5), 481-487.

Bewegungsmuster: Vehanen, T., Hyvärinen, P., Johansson, K., & Laaksonen, T. (2006). Patterns of movement of adult northern pike (Esox lucius L.) in a regulated river. Ecology of freshwater fish, 15(2), 154-160.

 


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