Neues aus der Köderkiste
Miuras Mouse macht von sich reden

Kennt ihr schon die Miuras Mouse von Miuras Lures? Nicht? Dann kommen hier zwei gute Gründe, warum ihr euch den Köder genauer ansehen solltet! Den ersten grund hat Stefan Trumsted in Fly vs Jerk 10 geliefert. Ein Hecht mit 114 cm Länge. Den zweiten, noch besseren, Grund hat Pierre Monjarret mit einem 127 cm langen Hecht, ebenfalls in Fly vs Jerk 10 geliefert. Nun sind zwei Hechte (auch wenn sie groß sind) noch kein Grund (zumindest für mich), um einen Köder in den Himmel zu heben. Die Miuras Mouse ist allerdings ziemlich speziell und warum ich glaube, dass die Miuras Mouse, bzw. welche Miuras Mouse genau, den Hechten in unseren Gewässern gefällt, erfahrt ihr in diesem Artikel!

Die Fotos der beiden Hechte wurden mir dierekt von Miuras Lures für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.

Die Miuras Mouse von Miura Lures – Abgleich mit den Vorlieben unserer Hechte

Das muss ich zu Beginn gleich sagen

Ich bin kein Fan der Big-Bait Angelei auf Hecht, wie ich auch schon in diesem Artikel für „Der Raubfisch“ deutlich gemacht habe! Die „normale“ Miuras Mouse kommt daher für mich mit ihren 23 cm und je nach Ausführung zwischen 100 und 130 g, kaum als Köder für das Angeln auf Hecht in Frage. Warum ich keine Big-Baits mag, hat genau zwei Gründe, die ich euch gleich erklären werde. Warum die Miuras Mouse (und besonders die Miuras Mouse Mini) trotzdem in meiner Köderkiste zum Angeln auf Hecht landet, hat drei wirklich gute Gründe!

Miuras Mouse widerspricht meinem anglerischem Hecht-Ziel

Was soll das heißen? Hechte fangen ist nicht mein anglerisches Ziel? Quatsch. Natürlich fange ich gerne Hechte, aber das ist eben auch direkt der Punkt. Wenn ich zum angeln fahre, geht es mir nicht darum, einen möglichst großen Hecht zu fangen, ich gehe angeln um Ablenkung vom schnellen Leben in der Hauptstadt zu haben, um draußen zu sein, um Spaß zu haben. Spaß habe ich, wenn die Rute krum ist. Fischt man mit Big-Baits auf Hecht, ist die Rute nicht häufig krum. Wenn sie dann aber doch mal krum ist, dann auch richtig. Für Angler mit dem Ziel große Hechte zu fangen, ist die standard Miuras Mouse Big oder die Miuras Mouse Mega, sicher der absolut richtige Köder. Für mich und meine Angelei auf Hecht, ist sie das aber nicht.

Miuras Mouse Big fällt aus dem Beutespektrum vieler Hechte

In dieser Argumentationslinie findet sich auch direkt der zweite Grund. Die Miuras Mouse Big fällt schlicht und ergreifend aus dem Beutespektrum vieler Hechte heraus. Angle ich nicht im „normalen“ Beutespektrum der Hechte, sondern nur im Beutespektrum der wenigen großen Hechte, ist die Rute nicht sehr oft krum. Jetzt höre ich schon die Verfechter der Big-Baits klagen, dass auch auf 30 cm große Köder 40 cm große Hechte gebissen haben. Das ist völlig richtig. Studien haben immer wieder gezeigt, dass Hechte in der Lage sind Beutefische mit einer Länge von bis zu 80% der eigenen Körperlänge zu schlucken. Wichtiger als die Länge des Beutefisches ist dabei übrigens die Höhe des Beutefisches. Fakt ist aber auch, dass das nicht die Regel ist und wer möglichst viele Fische fangen möchte, hält sich an die Regel und nicht an die Ausnahmen.

Die Beutefisch-Regeln für Hecht

1. Hechte bevorzugen immer, wenn sie die Wahl haben, schlanke Beute gegenüber hochrückiger Beute

Unzählige Versuche haben gezeigt, dass Hechte in der Regel zum Beispiel eine Plötze (Rutilus rutilus) einer Brasse (Abramis brama) als Beute vorziehen. Tatsächlich ist es so, dass zum Beispiel Karauschen (Carassius carassius) in Anwesenheit von Hechten eher in die Höhe, als in die Länge, wachsen, um eben dem Beutespektrum des Hechtes zu entgehen. Die Miuras Mouse ist ein sehr hochrückiger Köder und fällt daher, wie gesagt, aus dem Beutespektrum vieler Hechte heraus.

2. Hechte (auch sehr große Hechte) fressen in der Regel Beutefische um die 10 cm bis 15 cm

Verschiedene Studien haben immer wieder gezeigt, dass Hechte, egal wie groß sie sind, am häufigsten Beutefische zwischen 10 und 15 cm in den Mägen haben. Am deutlichsten hat das eine Studie aus den USA gezeigt, die Daten von knapp 800 Hechten und circa 2300 von diesen Hechten gefressenen Beuteorganismen analysiert hat. Die am häufigsten gefundene Beutefischgröße lag bei 10 cm, auch für große Hechte. Das heißt nicht, dass große Hechte nicht auch große Beutefische fressen! Im Gegenteil, auch wenn sie eine klare Präferenz für kleine Beutefische haben, lassen sie größere Beutefische nie vollständig vom Speiseplan verschwinden. Aber wie gesagt, mich interessiert der Normalfall. Der Normallfall, also Beutefische um die 10 bis 15 cm, wurde auch von weiteren Studien aus zum Beispiel Schweden oder auch Deutschland bestätigt.

Warum sollte die Miuras Mouse dann in jeder Köderkiste landen?

Zunächst mal, nur weil ich keine Big-Baits mag, ist das noch lange kein Grund auf effektive Köder wie Miuras Mouse zu verzichten. Außerdem gibt es die Miuras in fünf verschiedenen Ausführungen von Mini bis Mega, also von 14 cm und 35 g, bis 40 cm und 320 g. Die 14 cm Variante der Miuras Mouse, also die Miuras Mouse Mini, wird definitiv in meiner Köderbox landen.

Aber, der wohl logischste Grund, warum die Miuras Mouse in keiner Köderbox fehlen sollte, ist weil sie einfach Hechte fängt. Für unzählige Hechte ist die Miuras Mouse zum Verhängnis geworden und das macht auch aus wissenschaftlicher Sicht durchaus Sinn.

Miuras Mouse – Drei gute Gründe für die Mouse

1. Hechte sind lernfähig und die Miuras Mouse ist anders

In vielen verschiedenen Studien wurde gezeigt, dass Fische im Allgemeinen, abber auch Hechte im Speziellen, unglaublich lernfähig sind. Bereits nach kürzester Zeit lernen Hechte Kunstködern, wie zum Beispiel Spinner, effektiv aus dem Weg zu gehen. Sie verbinden ganz einfach Gefahr mit dem künstlichen Köder. Weitere Studien haben zum Beispiel gezeigt, dass Gummifische, vermutlich wegen ihrer Konsitenz, nicht so schnell von Raubfischen gemieden werden. Sie funktionieren daher auf längere Sicht besser als zum Beispiel Spinner, wenn es darum geht die Fangraten hoch zu halten. Ein Wechsel in der Art des Köders kann also die Fangchancen enorm steigern. Die Miurs Mouse ist weder Spinner noch Gummifisch. Im Gegenteil, die Miuras Mouse unterscheidet sich stark von allen „üblichen“ Ködern auf dem Markt. An stark befischten Gewässern kann das ein Schlüssel zum Erfolg sein. Den Schlüssel sollte man unbedingt in seiner Köderbox haben.

2. Die Seitenlinie und die Miuras Mouse

Auch wenn ich nicht direkt für Hechte, sondern nur für den sehr nahe Verwandten, den Musky (Esox masquinongy), eine wissenschaftliche Arbeit auftreiben konnte, die zeigt welche Bedeutung die Seitenlinie für die Jagd hat, ist davon auszugehen, dass die Ergebnisse im Wesentlichen auf unseren Hecht übertragbar sind. Hechte (und auch Muskies) können effektiv jagen wenn sie blind sind. Sie können auch effektiv jagen, wenn die Seitenlinie „ausgeschaltet“ ist. Allerdings verringert sich die Distanz zur Beute wesentlich im Vergleich zu „normalen“ Muskies, bevor eine Attacke ausgelöst wird. Die Seitenlinie dient als der „Fernerkundung“ und sie ist auch wichtig bei der ersten Ausrichtung zur Beute. Die Miuras Mouse verdrängt im Vergleich zu einem „normalen“ Fisch unglaublich viel Wasser. Darauf reagiert die Seitenlinie der Hechte natürlich. Es ist also davon auszugehen, dass Hechte einen derartig auffälligen Köder extrem gut wahrnehmen können. Das ist natürlich ein Vorteil für uns Angler udn macht die Miuras Mouse zu einem vielseitigen Köder egal ob trübes oder klares Wasser.

miuras mouse

3. Riecht die Miuras Mouse

Nein, natürlich riecht die Miuras Mouse nicht! Aber sie könnte, wenn man es denn will. Es ist bekannt, dass Hechte ihre Beute auch mit Hilfe des Geruchsinns wahrnehmen können. Nicht umsonst schwören viele Angler auf geruchsintensive Köderfische für das Abgeln auf Hecht im Winter! Gleichzeitig nutzen auch viele Beutefische Geruchsstoffe um sich gegenseitig vor Hechten zu warnen. Hechte verlassen daher auch häufig, nachdem sie eine Beute gepackt haben, die Region in der sich die Beutefische aufhalten. So können die von der Beute abgegebenen Geruchsstoffe die Artgenossen nicht warnen. Die Miuras Mouse bietet großes Potenzial um mit Geruchsstoffen zu experimentieren und das finde ich so spannend! Die Fransen am Kopf der Miuras Mouse bieten eine grandiose Möglichkeit um Geruchsstoffen zu arbeiten. Das sollte nicht ungetestet bleiben!

Aber, der wohl logischste Grund, warum die Miuras Mouse in keiner Köderbox fehlen sollte, ist weil sie einfach Hechte fängt. Für unzählige Hechte ist die Miuras Mouse zum Verhängnis geworden und das macht auch aus wissenschaftlicher Sicht durchaus Sinn.

Hecht

Noch mehr Hecht?

Große Köder = Große Hechte?

Hotspots für Hechte

Topwater Hechte

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Martin Friedrichs

MARTIN FRIEDRICHS

Martin ist Doktorand am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Sein thematischer Schwerpunkt liegt bei der Fließgewässerökologie und dem Naturschutz. Neben der Promotion ist Martin begeisterter Angler und für uns als Wissenschaftsjournalist tätig. Er wirft für Dich einen Blick hinter die Fakten & Mythen im Angelbereich. Eben mehr als nur Angeltipps! Hier geht es um knallhartes Faktenwissen rund ums Angeln, welches Martin mit den dazugehörigen Studien belegt. Sei dabei, diskutiere mit und gestalte eine nützliche Wissensdatenbank mit Angeltipps von Anglern für Angler!

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Februar 15, 2020
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