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System des Rapala X-Rap HAKU bringt mehr Fisch!

 

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Das Release Rig des Rapala X-Rap HAKU – Bringt nachweislich mehr Fisch

Lang ist es her

Als ich den Rapala X-Rap HAKU gesehen habe, viel es mir wie Schuppen von den Augen. Das Release Rig des Rapala X-Rap HAKU kannte ich doch irgendwo her!? Und tatsächlich, in einer älteren WhatsApp News hatte ich bereits über das Release Rig geschrieben. Die Zeiten der WhatsApp News sind vorbei, aber ich finde dieses Rig so genial, dass ich den Artikel nochmals ausgegraben habe und ihn euch hier in einer aktualisierten Form zur Verfügung stelle.

Was hat es mit dem Release Rig des Rapala X-Rap HAKU auf sich?

Das Release Rig an den Rapala X-Rap HAKU gibt bei einem Biss die Drillinge völlig frei und ermöglicht so einen sicheren und schonenenden Drill des Fisches. Ein bisschen ähnelt das Release Rig der Rapala X-Rap HAKU den Shallow Rigs bei großen Gummifischen. Die Funktionsweise der Shallow Rig Systeme (und etwas weiter gefasst, auch der Angstdrillinge bei Gummifischen), basiert vermutlich auf den selben Annahmen. Für Hardbaits bzw. Jerkbaits stand ein solches System  bisher nicht zur Verfügung (zumindest nicht leicht umsetzbar).

Wer sich das Release Rig, wie es in ähnlicher Form beim Rapala X-Rap HAKU zum Einsatz kommt, nochmal im Detail erklären lassen möchte, findet hier ein nettes und informatives Video.

Die Bissausbeute steigt von 45 auf 85%

Die Daten des Versuches sprechen eine eindeutige Sprache. Mit dem Release Rig, wie es beim Rapala X-Rap HAKU zum Einsatz kommt, konnte die Bissausbeute von 45 auf 85% gesteigert werden. Mit normalen am Köder fixierten Haken, gehen also mehr als 5 von 10 Fischen im Drill verloren, mit dem Release Rig können mehr als acht von zehn Fischen gelandet werden! Das ist eine ziemlich deutliche Steigerung!

Was ist das Besondere des Release Rigs beim Rapala X-Rap HAKU?

Das Rig an sich ist schon „besonders“ genug, was mich als Wissenschaftler aber zusätzlich beeindruckt ist, dass die Theorie, dass das Freigeben der Haken nach einem Biss die Bissausbeute erhöht, wissenschaftlich getestet wurde!

Jens Bursell, ein ziemlich bekannter Angler aus Dänemark, hat dazu eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht, die ihr wie immer als Link unter dem Artikel findet. In der Studie haben Angler freiwillig das Release Rig gegen eine normale Hakenmontage getestet. Das Ganze nicht für irgendwelche Fische, sondern für Hechte in den Küstenbereichen der dänischen und deutschen Ostsee! Insgesamt wurden während des Versuchs knapp 800 Hechte gefangen und die Ergebnisse sprechen eindeutig für das Release Rig!

 

Auch die Verletzungen für den Fisch werden verringert

Und es kommt noch etwas besser für das Release Rig des Rapala X-Rap HAKU. Durch die sehr frei bewegliche Montage der Haken, können kleinere Haken als im Normalfall genutzt werden, wobei ich jetzt nicht sagen kann, ob bereits standartmäßig am Rapala X-Rap HAKU kleinere Haken montiert sind (falls nicht, sollte man das unbedingt nachholen). Im Versuch konnte in jedem Fall durch die Verwendung von kleineren Haken das Verletzungsrisiko der gefangenen Hechte deutlich gesenkt werden werden (ein weiteren spannenden Beitrag zum Thema „Fischschonend Angeln“ findest du übrigens >hier<). Das ist natürlich in Zeiten von Entnahmefenster und Co. ein nicht zu vernachlässigender Vorteil des Release Rigs. Mehr gefangene Fische und das auch noch fischschonender. Besser kann es eigentlich nicht sein.

rapala-x-rap-haku
Screenshot_2020-01-31 Lieblingsköder ( lieblingskoeder) • Instagram photos and videos

Erfolgreiches Konzept

Wie einige von euch wissen, oder jetzt erfahren, arbeite ich auch viel mit Jens Puhle von Lieblingsköder zusammen. Auch deswegen hat mich diese Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in praktisches Angelgerät, wie dem  Rapala X-Rap HAKU, so fasziniert. Bei Lieblingsköder bin ich der Theoretiker und Jens der Praktiker und beides zusammen funktioniert super. Ich schaffe die wissenschaftlichen Grundlagen (keine Versuche wie beim Release Rig, aber doch eine intensive Literaturrecherche) und Jens testet das Wissen in der Praxis. Gut erklären lässt sich das am Beispiel der 5 cm, 6cm und 7cm Lieblingsköder. Für viele ist diese Abstufung zu fein. Wir konnten aber herausfinden, dass diese Abstufungen in der Natur durchaus Sinn machen, denn nicht der Längenzuwachs, sondern die Volumenzunahme ist hier entscheidend (Stichwort: Maulspaltenlimitierung!). So lassen sich mit den 5cm, 6cm und 7cm Lieblingsködern ganz gezielt unterschiedliche Größenklassen von Barschen beangeln und das hat Jens ganz praktisch in unzähligen Folgen der Lieblingsköder Angelschule unter Beweis gestellt.  Die Idee ist, dass der Angler zunächst schnell zum Erfolg kommt und sich dann ganz gezielt steigern kann und so den Spaß beim Angeln behält. Einfach ausprobieren!

 

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So einfach zu nutzen

Was mich damals abgeschreckt hat, war die relativ aufwendige Montage der Haken am Köder. Auch war ich mir nicht sicher, ob die Montage die Laufeigenschaften des Köders verändern würde. Mit dem Rapala X-Rap HAKU wurde das Problem nun elegant gelöst. Ich finde, dass Rapala da ganze Arbeit geleistet hat. Die Haken-Montage  am Rapala X-Rap HAKU ist wirklich sehr unauffällig und, wie die Studie zeigt, durchaus effektiv. Ich finde es natürlich immer wundervoll, wenn Theorien (und Angler haben viele gute Theorien) wissenschaftlich untermauert werden und diese Ergebnisse dann Eingang in wirkliche Produkte finden. Das sind für mich Ködertests auf höchstem Niveau und mit wirklicher Aussagekraft!

Martin Friedrichs

MARTIN FRIEDRICHS

Martin ist Doktorand am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin. Sein thematischer Schwerpunkt liegt bei der Fließgewässerökologie und dem Naturschutz. Neben der Promotion ist Martin begeisterter Angler und für uns als Wissenschaftsjournalist tätig. Er wirft für Dich einen Blick hinter die Fakten & Mythen im Angelbereich. Eben mehr als nur Angeltipps! Hier geht es um knallhartes Faktenwissen rund ums Angeln, welches Martin mit den dazugehörigen Studien belegt. Sei dabei, diskutiere mit und gestalte eine nützliche Wissensdatenbank mit Angeltipps von Anglern für Angler!

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Literatur:

Bursell JJ, Arlinghaus R. 2018. Citizen science data suggest that a novel rig improves landing rate and reduces injury and handling time in recreational angling with artificial lures in Baltic pike (Esox lucius) PeerJ 6:e4744

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Januar 31, 2020
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