Welche Farben sehen Forellen?

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Martin ist Doktorand der Biologie & Ökologie, sowie Angler aus Leidenschaft. Er wirft für Dich einen Blick hinter die Fakten & Mythen im Angelbereich. Eben mehr als nur Angeltipps! Hier geht es um knallhartes Faktenwissen ums Angeln, welches Martin mit den dazugehörigen Studien belegt. Sei dabei, diskutiere mit und gestalte eine nützliche Wissensdatenbank mit Angeltipps von Angler für Angler!

Welche Farben sehen Forellen?!

In diesem vorerst letzten Teil über das Sehvermögen von Fischen stehen Forellen im Fokus. Aus den vorigen Artikeln  dieser kleinen Serie wissen wir bereits, dass Grün eigentlich für fast alle Räuber eine Top Köderfarbe ist. Grundsätzlich unterscheidet sich hier das Farbwahrnehmungsvermögen von Forellen nicht wesentlich, allerdings gibt es wie immer Feinheiten, die beachtet werden sollten, wenn man erfolgreich auf Forellen Fischen möchte.

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Regenbogenforellen

Adulte Regenbogenforellen, also Tiere die sich bereits reproduzieren, sind trichromatisch. Das heißt, sie können circa 1 Million Farben unterscheiden. Juvenile Individuen hingegen sind tetrachromatisch, haben also einen zusätzlichen Zapfentyp mit einem Absorptionsmaximum bei 355 nm. Dieser ermöglicht es ihnen UV-Aktive Farben zu erkennen, adulte Tiere sind dazu nicht in der Lage (Bowmaker und Kunz 1987)! Die Autoren Contor & Griffith (1995) beobachteten, dass sich die Nahrungsaufnahme juveniler Regenbogenforellen, also vornämlich untermaßige Fische, gänzlich auf die Nacht beschränkte. Bei Tages-, Mond- und künstlichem Licht verringerte sich sogar die Fressaktivität. Die Autoren vermuteten in diesem Verhalten eine Räubervermeidungsstrategie, da z.B. adulte Forellen, aber auch fischfressende Vögel, meist tagsüber auf die Jagd gehen. Das heißt für uns Angler ist es eigentlich relativ einfach den Fang von untermaßigen Fischen zu vermeiden, aber wir wollen ja auch nicht die kleinen Fische vermeiden, sondern die großen gezielt fangen.

Das Absorptionsmaximum der Fotorezeptoren ausgewachsener Regenbogenforellen liegt bei 521 nm (Stäbchen), 531 nm (singulären Zapfen) und 576 nm (Zwillingszapfen), also wie bei den anderen Räubern im grünen Bereich (Hawryshyn und Hárosi 1994). Da adulten Regenbogenforellen allerdings ein Zapfen fehlt, sind sie auf Licht zur effektiven Jagd angewiesen!

Bachforellen

Bachforellen haben eine ähnliche Hell-Dunkel- und Farbwahrnehmung wie Regenbogenforellen. Die Stäbchen haben ein Absorptionsmaximum bei einer Wellenlänge des Lichts von circa 550 nm und die Zwillingszapfen bei 560 nm (Kusmic und Gualtieri 2000). Die Besonderheit der Bachforelle ist, dass die singulären Zapfen ihres Auges ein Absorptionsmaximum von 460 nm haben! Das bedeutet, dass zusätzlich zu den üblichen Verdächtigen, Grün und Gelb, nun auch Blau eine sehr interessante Farbe bei der Köderwahl sein kann!

Fazit

Allgemein kann man sagen, dass Forellen Grüntöne sehr gut erkennen, wobei Bachforellen zusätzlich auch blaue Farben sehen können. Die Verwendung von UV-Aktiven Köderfarben ist wenig sinnvoll, da ausgewachsene Forellen diese nicht wahrnehmen. Wer seine Fangchancen auf große Forellen erhöhen will, sollte diese tagsüber beangeln, da ausgewachsene Individuen auf Licht zur Nahrungssuche angewiesen sind. Ein nächtliches Angeln auf Forellen scheint wenig Sinn zu machen.

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Literatur

Bowmaker, J. K., & Kunz, Y. W. (1987). Ultraviolet receptors, tetrachromatic colour vision and retinal mosaics in the brown trout (Salmo trutta): age-dependent changes. Vision research, 27(12), 2101-2108.

Contor, C. R., & Griffith, J. S. (1995). Nocturnal emergence of juvenile rainbow trout from winter concealment relative to light intensity. Hydrobiologia, 299(3), 179-183.

Hawryshyn, C. W., & Hárosi, F. I. (1994). Spectral characteristics of visual pigments in rainbow trout (Oncorhynchus mykiss). Vision research, 34(11), 1385-1392.

Kusmic, C., & Gualtieri, P. (2000). Morphology and spectral sensitivities of retinal and extraretinal photoreceptors in freshwater teleosts. Micron, 31(2), 183-200.

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Dezember 7, 2017
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