Welche Farben sehen Hechte?

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Welche Farben sehen Hechte?!

Im letzten Artikel haben wir das Sehvermögen von Barschen genauer betrachtet. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Barsche zu sehr scharfem Sehen in der Lage sind. Außerdem sollten Grün- und Gelbtöne in der Köderbox nicht fehlen. UV-Aktive Köder spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle.

In diesem Artikel geht es um den Hecht und wir steigen auch direkt voll in das Thema ein.

Hecht

Für den Menschen sichtbares Spektrum der elektromagnetischen Strahlung.
Bild-Quelle: lucento.de

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Während Barsche im adulten Stadium nur Dichromatisch sind, das heißt circa 10000 Farben unterscheiden können, sind Hechte trichromatisch und haben damit, in erster Näherung, ein ähnliches Sehvermögen wie Menschen (Circa 1 Million Farben; Braekvelt, 1975). Das Verhältnis von Stäbchen zu Zapfen liegt dabei bei 1:9 (Walls, 1942). Wunder (1936) verglich die Fotorezeptoren von Hechten mit denen von am Boden lebenden Katzenwelsen. Dabei zeigte sich, dass Hechte weniger, größere Stäbchen (Hell-Dunkel-Sehen) und relativ große Zapfen im Vergleich zu den Welsen hatten. Aus der geringen Anzahl an Stäbchen kann man schlussfolgern, dass Hechte tagaktive Räuber sind. Natürlich ist aber bekannt, dass man Hechte auch sehr gut nachts fangen kann, und dass blinde Hechte nicht zwangsläufig sterben. Dies ist im Wesentlichen auf das Seitenlinienorgan zurückzuführen, welches extrem sensibel auf Schwingungen im Wasser reagiert und dabei sprichwörtlich zum „Dritten Auge“ des Hechtes werden kann. Versuche an einem nahen Verwandten des Hechtes, dem Musky, haben gezeigt, dass die Fische, auch wenn sie komplett blind sind, immer noch in der Lage sind effektiv zu jagen (New et al., 2001). Allerdings muss der Beutefisch deutlich dichter am Musky sein, damit eine Attacke initiiert wird

Hecht Sehvermögen

Die große Anzahl an Zapfen im Auge des Hechtes hingegen, lässt den Schluss zu, dass Hechte zumindest bestimmte Farbspektren sehr gut unterscheiden können. Dąbrowski (1982) studierte die Futteraufnahme von juvenilen Hechten unter verschiedenen Lichtintensitäten und Lichtspektren. Dabei begannen Hechtlarven bei grünem Licht (500 – 600 nm) als Erstes mit der Futteraufnahme, gefolgt von rotem (600 – 750 nm) und blauem (480 – 500 nm) Licht. Die Lichtintensität, bei der die Fische die Futteraufnahme begannen, war in roten und blauen Licht 3,4 bzw. 4,9-Fach höher im Vergleich zu der im grünen Licht. Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass Hechte eine sehr empfindliche Netzhaut für grünes Licht haben. Für einen Hecht, der vermehrt in krautigen Bereichen eines Gewässers auf Beute lauert, macht diese Anpassung natürlich durchaus Sinn.

Für unsere Köderbox heißt das natürlich, dass Grüntöne auf keinen Fall fehlen sollten. Kontraste spielen bei der Hechtangelei möglicherweise eine untergeordnete Rolle.

Eine Lehre die zwar nicht direkt mit der Köderwahl, sehr wohl aber mit dem Fangerfolg zu tun hat, ist wohl folgende: Wer so gut Grüntöne unterscheiden kann, kann dies sicher nicht ohne Grund. Krautige, „grüne“ Stellen, im Gewässer sollten bei der Suche auf Hecht zumindest zu Beginn, immer die erste Wahl sein. Komplett falsch ist man da sicher nie!

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Literatur:

Braekevelt, C. (1975). Photoreceptor fine structure in the northern pike (Esox lucius). Journal of the Fisheries Board of Canada, 32(10), 1711-1721.

Dąbrowski, K. (1982). The influence of light intensity on feeding of fish larvae and fry. Zoologische Jahrbuch. Allgemeine Zoologie. Physiologie, 86, 353-360.

New, J. G., Fewkes, L. A., & Khan, A. N. (2001). Strike feeding behavior in the Muskellunge, Esox masquinongy: Contributions of the lateral line and visual sensory systems. Journal of Experimental Biology, 204(1), 1207-1221.

Walls, G. L. (1942). The Vertebrate Eye, Bloomfield Hills, Michigan: Cranbrook Press.

Wunder, W. (1936). Physiologie der Süßwasserfische Mitteleuropas. Die Nahrung, 307, 308.

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Oktober 28, 2017
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