Welche Farben sehen Zander?

Savage Gear Köder

Martin ist Doktorand der Biologie & Ökologie, sowie Angler aus Leidenschaft. Er wirft für Dich einen Blick hinter die Fakten & Mythen im Angelbereich. Eben mehr als nur Angeltipps! Hier geht es um knallhartes Faktenwissen ums Angeln, welches Martin mit den dazugehörigen Studien belegt. Sei dabei, diskutiere mit und gestalte eine nützliche Wissensdatenbank mit Angeltipps von Angler für Angler!

Welche Farben sehen Zander?!

Im Englischen wird der Zander „Pikeperch“ genannt, also eine Mischung aus Hecht („Pike“) und Barsch („Perch“). Betrachtet man allerdings die visuellen Kapazitäten des Zanders stellt man fest, dass diese keineswegs eine Mischung aus Hecht und Barsch darstellen, sondern eine ziemliche Sonderstellung bei unseren heimischen Raubfischen einnimmt.

> SCHNAPP DIR UNSERE PROBOX 

> coole Zanderköder 
> jeden Monat eine Überraschung
> ab 24.95€* 

⏬ 😍 ⏬  😍 ⏬  😍 ⏬

probox MFB

Die farblichen Sehkapazitäten sind dabei nicht das Besondere. Luchiari und Mitarbeiter (2009) testeten die Empfindlichkeit der Fotorezeptoren juveniler Zander hinsichtlich verschiedener Lichtspektren. Hier konnten Stäbchen, welche ein Absorptionsmaximum von circa 530 nm und zwei verschiedene Zapfentypen mit Absorptionsmaximas von 530 nm  und 603 nm nachgewiesen werden. Das bedeutet, dass Zander Grün- und Gelbtöne besonders gut erkennen können. Das ist tatsächlich ziemlich ähnlich zum Hecht und Barsch (siehe Artikel Sehvermögen Hecht und Barsch).

Die Besonderheit beim Zander liegt allerdings im sogenannten Tapetum lucidum. Dieses Tapetum ist eine Schicht die sich in vielen Augen nachtaktiver Tiere befindet. Bei Fischen findet sie sich bei den nahen Verwandten unseres Zanders, dem Wolgazander und dem Walleye (Collette et al., 1977), aber sie findet sich zum Beispiel auch bei Brasse und Güster (Wunder, 1930). Beim Zander sind die Ausmaße dieser Schicht eine absolute Besonderheit. Sie ist bei ihm in allen Teilen des Auges zu finden (Wunder, 1930) und dies ermöglicht dem Zander auch noch bei extrem schwachen Lichtverhältnissen sehr erfolgreich zu jagen.

Während zum Beispiel beim Barsch und beim Hecht bei steigender Wassertrübung der Jagderfolg abnimmt, ist beim Zander genau das Gegenteil der Fall (Ali et al., 1977).

Beim Zander spielt also die Farbe des Köders eine deutlich untergeordnete Rolle, es ist wesentlich entscheidender den Köder kontrastreich von seiner Umgebung abzuheben. Wer in der Nacht oder Dämmerung auf Zanderjagt geht, sollte bei dunklem Himmel die hellen Köder rauskramen, und bei Vollmondnächten die dunklen Köder montieren. Solltet ihr allerdings tagsüber auf Zander angeln sind sicher grüne und gelbe kontrastreiche Köder eine sehr gute Wahl. Übrigens, bei besonders grellen Lichtverhältnissen (und klarem Wasser) sind Zander förmlich geblendet und jagen kaum (Horký et al., 2008).

AUCH INTERESSANT! 😍

Literatur:

Ali, M. A., Ryder, R. A., & Anctil, M. (1977). Photoreceptors and Visual Pigments as Related to Behavioral Responses and Preferred Habitats of Perches (Percaspp.) and Pikeperches (Stizostedionspp.). Journal of the Fisheries Research Board of Canada, 34(10), 1475-1480. doi:10.1139/f77-212

Collette, B. B., Ali, M. A., Hokanson, K. E. F., Nagięć, M., Smirnov, S. A., Thorpe, J. E., et al. (1977). Biology of the Percids. Journal of the Fisheries Research Board of Canada, 34(10), 1890-1899. doi:10.1139/f77-255

Horký, P., Slavík, O., & Bartoš, L. (2008). A telemetry study on the diurnal distribution and activity of adult pikeperch, Sander lucioperca (L.), in a riverine environment. Hydrobiologia, 614(1), 151-157. doi:10.1007/s10750-008-9503-0

Luchiari, A. C., de Morais Freire, F. A., Pirhonen, J., & Koskela, J. (2009). Longer wavelengths of light improve the growth, intake and feed efficiency of individually reared juvenile pikeperchSander lucioperca(L.). Aquaculture Research, 40(8), 880-886. doi:10.1111/j.1365-2109.2008.02160.x

Wunder, W. (1930). Bau und Funktion der Netzhaut beim Zander (Lucioperca sandra cuc. und val.) und einigen anderen im Balatonsee häufigen Fischarten. Journal of Comparative Physiology A: Neuroethology, Sensory, Neural, and Behavioral Physiology, 11(4), 749-766.

wie findest du den Bericht?

LASS NOCH DEINE MEINUNG DA! ✌
Nach deiner Bewertung erscheint ein teilen Button, teile es doch mit deinen Freunden.

Mit Facebook kommentieren
November 10, 2017
||

Related Posts